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US Corporation & Co KG – die bessere Alternative zur GmbH

Heute möchte ich auf eine spezielle Rechtsform eingehen, die nicht so bekannt ist, aber durch aus seine Berechtigung und auch überaus interessante Vorteile zu bieten hat. Ob diese Rechtsform für Dich am besten passt, kann hier nicht beantwortet werden, da es immer wieder auf die individuelle Situation des Unternehmers oder Selbständigen ankommt und demnach unterschiedliche rechtliche, steuerliche und finanzielle Folgen haben kann – positiv oder negativ. Was ich aber behaupten kann ist, dass fast jede Rechtsform die außerhalb von Deutschland oder Österreich existiert, besser, günstiger, flexibler und im Falle eines Falles (z.B. Insolvenz) unternehmerfreundlicher ist, als die deutsche oder österreichische GmbH. Aber der Reihe nach – und heute schauen wir uns die US Corporation & Co KG etwas genauer an. Eine besondere Mischform einer Personengesellschaft mit einer Kapitalgesellschaft ist wohl die uns bekanntere deutsche oder österreichische GmbH & Co KG. Der Reiz einer solchen Konstellation ist ja, dass der vollhaftende Teil der KG, der Komplementär, keine Privatperson ist, der mit seinem Privatvermögen haftet, sondern in diesem Fall eine Kapitalgesellschaft. So kann man als Komplementär seine Haftung beschränken. Bei der deutschen Variante als Komplementär eine GmbH einzusetzen ist perse nicht schlecht, aber löst das Problem nicht, da bei einer deutschen GmbH auch ein Gesellschafter vorhanden sein muss, der öffentlich ist und im Falle eines Falles (Insolvenz, Durchgriffshaftung usw.) zur Rechenschaft gezogen wird. Vielleicht für das allgemeine Verständnis können wir folgende Rechtsformen zu den Personengesellschaft zählen: bürgerlichen Rechts (GbR), Kommanditgesellschaft (KG), offene Handelsgesellschaft (OHG), die GmbH & Co. KG bzw. Corporation & Co KG. Bei der Personengesellschaft ist es so, dass die Gesellschafter mit ihrem persönlichem Vermögen voll haften mit Ausnahme der GmbH & Co KG oder der Corporation & Co KG. Die Ausnahme besteht darin, dass bei der KG der Komplementär für die Gesellschaft haftet und ist in diesem Fall eine juristische Person (GmbH oder Corporation). Kapitalgesellschaften sind: die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die Aktiengesellschaft (AG), die Limited Company (Ltd.) oder die Corporation (Inc.). Bei Kapitalgesellschaften haften die Gesellschafter nur in Höhe der Einlage – mit Ausnahmen bei einer deutschen oder österreichischen GmbH wegen der Gefahr einer Durchgriffshaftung.  

 

Vorteil Corporation & Co KG

Im Falle einer Corporation & Co KG ist also der Vollhafter eine Corporation, die, im Gegensatz zu einer GmbH, mit einem sehr geringen Kapitalaufwand gegründet werden kann. Gründet man eine deutsche GmbH benötigt man 25.000€ Stammeinlage, bei dem kleinen Bruder Österreich sogar 35.000€. Gründet man eine Corporation benötigt man kein Mindestkapital. Ebenfalls ist zu bemerken, dass eine US Corporation sehr unbürokratisch und schnell gegründet werden kann. Übersetzt heißt Corporation Aktiengesellschaft und hat auch von ihrem guten Ruf einiges zu bieten. Laut der Rechtsprechung (Bundesgerichtshof) besteht die Möglichkeit, dass Gesellschaften, die im Ausland gegründet werden aber in Deutschland ihre Geschäftstätigkeit ausüben, voll geschäftsfähig sind. Eine Stammeinlage wie es die deutsche oder österreichische GmbH verlangt (25.000€ bzw. 35.000€) ist dennoch nicht erforderlich. Auch kann eine Corporation & Co KG mit nur einer Person gegründet werden. Sie kann also eine Corporation gründen und gleichzeitig auch Kommanditist der KG sein.  

Gründung der US Corporation

Die Gründung einer US Corporation verläuft sehr unbürokratisch und schnell. In der Regel ist eine Corporation innerhalb von 72 Stunden gegründet. Einen notariellen Akt ist hierfür nicht erforderlich. Eine Mindesthöhe der Einlage ist ebenfalls nicht gefordert oder notwendig. Ob eine natürliche oder juristische Person die Corporation gründet ist ebenfalls  egal. Auch in Bezug auf die Nationalität des Gründers gibt es keine Einschränkungen. Folgende Angaben bzw. Schritte sind erforderlich:

  • Name der Firma
  • Angaben des Gesellschaftszwecks (hier besteht sehr großer Spielrraum, außer bei zulassungspflichtigen Branchen wie z.B. Bank oder Chemiebranche.)
  • Geschäftsführung
  • Gesellschaftssitz (Registered Office, wird von den Gründungsagenturen gestellt)
  • Anzahl der Aktien

Alles in allem sind das Schritte, die Deine Gründungsagentur mit Dir zusammen abarbeitet und Dir auch einen Fullservice anbieten kann. Wenn Du hierzu Infos benötigst bzw. eine Corporation gründen möchtest, dann melde Dich bei uns, wir arbeiten mit etablierten Agenturen zusammen. Auch hier muss man sagen, dass es schwarze Schafe gibt, die mit Halbwissen am deutschen oder österreichischen Markt akquirieren und mehr an Deinem Geld interessiert sind, als an einer professionellen Betreuung.  

Gründung der KG

Durch den Gesellschaftsvertrag zwischen den Gesellschafter wird die KG gegründet. Der Vertrag bedarf keiner besonderen Form und kann also stillschweigend geschlossen werden. Er sollte dann aber auch einige wichtige Punkte enthalten wie z.B. die beschränkte Haftung, Haftungssumme, Zweck, Nennung des Komplementärs und des Kommanditisten usw..

Firmenname

Bei dem Firmenname können Sach- oder Phantasiename verwendet werden. Ebenso muss der Rechtsformzusatz “KG” angehängt werden. Es muss also offengelegt werden, um welche Rechtsform es sich handelt. Corporation & Co ist nicht ausreichend. Auch solltest Du bei der IHK wegen Namensgleichheit prüfen lassen, ob der Name nicht besetzt ist.

Tätigkeit der Corporation & Co KG

Wie viele Gesellschafter eine Corp. & Co KG hat ist nicht geregelt bzw. ist frei gestaltbar. Wie ich oben schon beschrieben haben, kann eine Corp. & Co KG auch aus einer einzelnen Person bestehen.

1. Geschäftsführung

Treffen die Gesellschafter keine Regelungen darüber, wer das Unternehmen führen soll, so gilt die gesetzliche Regelung. Diese Regelung sieht vor, dass die Leitungsmacht Sache des persönlich haftenden Gesellschafters, des Komplementärs, ist. In der Regel ist der Kommanditist von der Geschäftsführung ausgeschlossen (§ 164 Satz 1 HGB) und hat somit weniger Rechte, wie der Komplementär. Somit übernimmt bei einer klassischen Corp. & Co KG die Komplementär-Gesellschaft die Geschäftsführung. Sind die Kommanditisten, wie häufig, Gesellschafter der Komplementär – Corporation, und üben sie zugleich noch deren Geschäftsführungsfunktion aus, ergibt sich daraus eine umfassende Leitungsbefugnis der Kommanditisten. Wichtig ist zu beachten, wenn der Geschäftsführer der Corporation auch gleichzeitig Kommanditist ist, dass er sich vom Insichgeschäft (§ 181 BGB) befreit. Dies sollte im KG Vertrag geregelt bzw. festgehalten werden.

2. Haftung

Hier kommen wir zu dem wohl interessantesten Vorteil der Corp. & Co KG. Denn der Komplementär (US Corporation) haftet nur mit ihrem Vermögen, welches durch die Einlage begrenzt ist. Da aber bei der Gründung der US Corporation keine Einlage gefordert wurde und die meisten Gründer auch keine Einlage tätigen, haftet letztendlich die Corporation mit 0€ oder 0$. Durch diese Konstellation hat man die unbeschränkte Haftung ausgeschaltet, es besteht eine faktische Haftungsbeschränkung des Komplementärs. Eine Durchgriffshaftung wie es in Deutschland gibt, gibt es in der USA nicht.

3. Buchhaltung

Da wir bei der Corp. & Co KG eine Mischform vorliegen haben, muss jeweils für beide Gesellschaften ein Jahresabschluss erstellt werden. Sofern die Corporation lediglich als voll haftender Gesellschafter fungiert und die Geschäfte der Corporation & Co KG führt, ohne hierfür eine Geschäftsführungsvergütung zu erhalten, so bedarf es weder in den USA noch in Deutschland der Abgabe entsprechender Steuererklärungen. Sie muss lediglich eine Jahresmeldung bei zuständigen US Department abgeben. Die KG macht ihre Buchhaltung wie gewohnt in Deutschland und hat auch noch einige anderen Vorteile, wie z.B. dass sie als Personengesellschaft eine vereinfachten Buchhaltung machen kann (im Gegensatz zu einer Kapitalgesellschaft) und kann Gewerbsteuerfreibeträge nutzen.

Vorteile im Überblick

  • Begrenzung der Haftung des Komplementärs durch die Corporation.
  • Keine Stammeinlage nötig (GmbH 25.000-35.000€)
  • geringe Kosten bei der Gründung
  • unkomplizierte und schnelle Gründung der Corporation
  • Anonymität: es ist nicht ersichtlich, wem die Corporation in den USA gehört. Die Shareholder werden im Register nicht genannt – nur der Geschäftsführer

Also, alles in allem eine überaus interessante Gesellschaftsform, die ihre Berechtigung im deutschsprachigen Raum unter Beweis stellen kann. Ob diese Form für Dein Business die richtige ist, kann ich natürlich an dieser Stelle nicht sagen. Aber vielleicht lässt Du das mal checken und kannst somit Deine Haftung deutlich reduzieren.