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Offshore oder Onshore? Was ist die richtige Strategie?

Also ganz ehrlich und gerade heraus: Ich weiß es nicht!

Hier greift wohl einer der unbeliebtesten Standardaussage: “Es kommt darauf an”. Pauschalisieren geht leider nicht und eine Löse-schnell-das-Problem-Strategie kann es auch nicht werden. Hier sollen einfach ein paar Ideen und Möglichkeiten gezeigt werden, was alles möglich ist unter der Berücksichtigung der staatlichen Tretminen und gesetzlicher Einschränkungen.

Wenn man sich mal alle Berichterstattungen der letzten Monaten anschaut, dann kann in Bezug auf Offshorefirmen oder Onshore, Offshorekonten usw. einem Unternehmer oder Selbständigen, der sich vorgenommen hat in Sachen Steuervermeidung und auch Haftungsreduzierung über den Tellerrand des Heimatlandes blicken wollte, schon mal der Kopf rauchen.

Der Panama-Report, wie auch die öfters immer wieder falsch auftretende Meinung, dass Offshorefirmen oder Offshorekonten illegal seien, tragen nicht dazu bei, die Wahrheit ans Licht zu bringen, sondern die Menschen zu verunsichern und zu verängstigen.

Da sich 99% der Unternehmer sich in Offshoreangelegenheiten nicht auskennen und ca. 95% der Unternehmer sich auch nicht onshore auskennen, wird mit Beiträgen aus den Mainstreammedien nur die Angst geschürt und mit den drohenden Zeigefinger herumgefuchtelt.

Also auschal kann man sagen, dass das was uns die Mainstreammedien vorgaukeln, zu 90% sowieso nicht stimmt.

Auch kann man pauschal sagen, dass wenn man immer das Gegenteil von dem tut was die Masse macht oder der Masse vorgeschlagen wird, dass man ziemlich auf dem rechten Pfad ist – wie gesagt pauschal betrachtet.

 

Offshore-Firmen

Also bei Offshorefirmen stechen die Vorteile, im Vergleich zu Firmen in unserem Heimatland, doch nun mal sehr stark heraus, die da wären keine Buchhaltung oder in manchen Ländern fast keine Buchhaltung, Steuerfreiheit oder in manchen Ländern fast keine Steuern, hohe Flexibilität und auch Anonymität.

Leute die sowieso in keinen Hochsteuerländern wie Deutschland, Österreich oder Frankreich leben, sehen das doch etwas entspannter und sind auch nicht so motiviert offshore zu gehen, da sie vielleicht eh nur 10 bis 20% Steuern pauschal auf alle Einnahmen zahlen oder vielleicht auch gar nichts.

Allerdings als Bewohner eines Hochsteuerlandes ist der Unterschied von 50% Steuern und mehr zu 10% oder gar 0% Steuern enorm. Und das ist auch der Beweggrund vieler Unternehmer sich mit diesen Themen auseinander zu setzen.

Allerdings wenn Du mit einer Offshore-Firma Rechnungen schreiben willst (vor allem Rechnungen an Unternehmer in Hochsteuerländer), dann werden diese selten bis nie beim Finanzamt des Rechnungsempfängers anerkannt. Es könnte Dir egal sein, da es ja nicht Dein Problem ist, aber wenn Du regelmäßig Rechnungen schreiben willst, dann wird bald keine Firma mehr mit Dir zusammen arbeiten wollen.

Ebenfalls wirst Du Probleme bekommen mit sogenannten Zahlungsanbieter wie z.B. Paypal, Neteller, Amazon FBA usw.. Diese haben kein Interesse mit Offshorefirmen zusammen zu arbeiten bzw. Dienstleister für diese zu sein.

Auch die Wahl des richtigen Geschäftskontos ist eine zu nehmende Hürde. Mit einer Seychellen-Firma wirst Du kein Geschäftskonto bei der Sparkasse in Buxtehude bekommen. Und wenn Du mit Deinem deutschen Wohnsitz eine Offshore-Firma leiten willst, dann solltest Du Dich vorher mit dem Aussensteuergesetz (CFC Controlled Foreign Corporation) von Deutschland beschäftigen – sofern Du in Deutschland lebst.

Lebst Du in Österreich, dann musst Du die Anti-Mißbrauchs-Regelung beachten und solltest Du vielleicht in der Schweiz leben, dann, ja dann bist Du raus aus dem Schneider, denn diese können ganz offiziell Auslandsfirmen (auch Offshorefirmen) problemlos führen.

Also auf in die Schweiz:)

Bist Du bereits in Deutschland abgemeldet und wohnst in einem netten Ländchen wie z.B.

Chile
Ecuador
Bulgarien
Belgien
Hong Kong
Irland
Luxemburg
Kroatien
Kolumbien
Gibraltar
Malaysia
Malta
Mauritius
Polen
Philippinen
Rumänien
Schweiz
Saudi-Arabien
Ukraine
Slowakei
Thailand
Vietnam
Zypern

dann brauchst Du Dich um das Aussenssteuergesetz nicht zu kümmern – es betrifft Dich nicht mehr.

Übrigens die Liste der obigen Länder ist nicht vollständig. Es sind nur die wichtigsten Industrienationen und Finanzplätze, bei denen Du die Hinzurechnungsregel/Aussensteuergesetz (CFC) nicht beachten musst. Die ganzen Staaten mit Nullsteuersätzen haben ebenfalls keine solche bescheidene Regelung (CFC) und sind nicht so neugierig wie der deutsche Staat.

Also Auswahlmöglichkeiten zum Auswandern und zum Business machen, gibt es jetzt wirklich genug:)

Und nebenbei: 182 Tage darfst Du Dich ja ohnehin in Deutschland aufhalten ohne wieder steuerpflichtig zu werden – es ist eine Überlegung wert. Lese diesbezüglich nochmal hier.

So weit so gut.

Jetzt willst Du aber dennoch Geschäfte mit Unternehmen in der EU machen, da es ein lukratives Geschäft für Dich ist und Du willst aber auch die Steuerfreiheit einer Offshorefirma in Anspruch nehmen. Was tun?

Na gut, es gibt zum Glück auch dafür ein Lösung! Die Lösung heißt: Global Agency.

Global Agency

Sie wird auch Operative Agent genannt. Das Konzept ist überaus interessant und ermöglicht beides: die Zusammenarbeit mit europäischen Firmen und die Vorteile einer Offshorefirma.

Die Global Agency ist ein speziell eingerichtetes Unternehmen in der EU, besitzt eine VAT-Nr., ein Bankkonto in einem EU-Land und alles was ein “normales” Unternehmen in der EU benötigt.

Diese Agency hat eine Vereinbarung mit einem Auftragegeber (diese kann eine Offshorefirma sein) in dem alles geregelt ist, wie z.B. Vergütung, Abwicklung, Geheimhaltungspflichten, Rechnungsstellung usw.

Alle Aktivitäten mit anderen europäischen Firmen, Leistungserbringung, Rechnungsstellung, Handelsgeschäfte wird von der Agency im Auftrag des Auftraggebers, z.B. eine Offshorefirma getätigt. Für diese Tätigkeit erhält die Agency eine Vergütung.

Die Global Agency wird speziell nur für diesen Geschäftszweck gegründet und muss auch mehrere Auftraggeber haben.

Ein Kunde geht einen Vertrag mit der Global Agency ein, erhält von diesem die Rechnungen und zahlt auch die Rechnungen auf ein Bankkonto der Global Agency. Der Großteil des Einkommens (ca. 95%) wird dann, gemäß der Vereinbarung zwischen dem Auftraggeber, in unserem Beispiel eine Offshorefirma und der Global Agency, an diese abgeführt – ganz legal.

global agency, offshorefirma

Wie Du siehst, erhält die Agency eine Kommission von ca. 5%, was auch üblich ist. Die Agency muss in dem Land, in dem sie ihren Sitz hat, Buchhaltung machen, Steuern abführen und einen ganz normalen Geschäftsbetrieb verfolgen.

Sitzen solche Global Agency’s zufällig in einem quellensteuerbefreitem Land wie z.B. UK oder Zypern, dann können diese auch ohne Probleme mit Firmen, die sich offshore befinden, abrechnen.

Die Einnahmen der Offshorefirma müssen dann dort versteuert werden – oder auch nicht, wenn diese Offshore-Gesellschaft in einem Land sitzt, wo keine Steuern anfallen.

Alles in Allem kann man mit einer Offshorefirma die komplette Rechnungslegung, Inkasso, Mahnung etc. mit einer Global Agency, outsourcen. Dafür fallen dann etwas höhere Kosten an, aber das kann sich durchaus lohnen.

Wie Ihr seht, ist dieses Firmenkonstrukt etwas umfangreicher und aufwendiger aber absolut lohnenswert, wenn man bestimmte Vorraussetzungen hat.

Ob solch ein Konstrukt für Dich die richtige Wahl ist, kann ich Dir nicht sagen.

Aber wenn Du den GD-Unternehmer-Check buchst, dann bekommst Du ganz individuell Deine Strategie mitgeteilt.

6 Antworten
  1. Marcel B
    Marcel B says:

    Offshore hat viele Vorteile. Jedoch sollte man dabei unbedingt beachten, dass jedes Land einen anderen Vorteil für Unternehmensgründer zu bieten hat. So ist beispielsweise eine Produktionsfirma in Bulgarien oder Rumänien wesentlich besser aufgehoben als in einem anderen Land. Denn gerade in diesen beiden Länder sind sowohl Produktionskosten als auch die Lohnkosten sehr gering. Das vergrößert letztendlich natürlich auch den Gewinn. Ein Unternehmer aus einer anderen Branche könnte mit einer anderen Länderwahl jedoch deutlich besser dran sein. Das erfahrt ihr auf den Seiten der gruendungskanzlei.eu.

    Antworten

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  1. […] was jedem Bürgen mit Wohnsitz Deutschland das führen und halten von Auslandsfirmen (auch Offshorefirmen) gänzlich unmöglich macht, es sei denn, Du bist mit erheblichen Nachteile […]

  2. […] mit CFC-Regeln sind z.B. auch Mexiko, Korea, Japan, USA, Kanada, Australien, Südafrika u.e.m. Die wichtigsten Länder ohne Außensteuergesetz, findest Du hier in diesem Beitrag. Du wirst in dem Bericht lesen können, dass es jede Menge Ländern gibt ohne Außensteuergesetze, […]

  3. […] wie in Deutschland sind Geschichte, Hinzuberechnungsbesteuerung ade, Du kannst offiziell Offshorefirmen besitzen und leiten, ohne das Dein neuer Wohnsitzstaat was von Dir haben möchte, solange Du die […]

  4. […] auskommen, wie z.B. die Schweiz, Niederlande, Luxemburg oder Belgien. Hier in diesem Bericht findest Du die wichtigsten Industrienationen, die Dir vielleicht gefallen […]

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