Irland Firmengründung

Die Steuertricks der Großkonzerne

Immer wieder hören wir von den Großen, den Milliardenkonzernen, die, wie man in den Mainstreammedien nachlesen kann, sich angeblich irgendwelche Steuertricks einfallen lassen, damit sie keine oder fast keine Steuern auf ihre Milliardengewinne zahlen müssen.
Allerdings müssen wir bei Mainstreammedien Vorsicht walten lassen, da diese nur an Skandalen, Hetzkampagnen und Negativpublicity interessiert sind. Schlagzeilen ist deren Währung und nicht wahrheitsgetreue Berichterstattung!

Double Irish with a Dutch Sandwich

Wir wollen Anhand von dem Weltkonzern Apple kurz erklären um welches Steuerschlupfloch sich Apple bedient und warum dieses nicht illegal ist. Wir sprechen von dem Double Irish with a Dutch Sandwich.

Die Diskussion in den Medien über dieses Konstrukt kam deshalb auf, da die EU moniert hat, dass dieses Konstrukt illegal sei und Apple eine Steuernachzahlung von rund 13 Milliarden Steuern zu tätigen hätte.

Die EU Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager äußerte sich das “Der Steuerdeal habe Apple einen wesentlichen Vorteil gegenüber anderen Unternehmen verschafft”. Sie verlangt jetzt eine Nachzahlung von rund 13 Milliarden Euro in dem Zeitraum 2003 bis 2014.

Interessant ist auch, dass Irland diese Gelder von Apple nicht haben möchte und zudem Apple LEGAL gehandelt hat. Aber das passiert, wenn sich Bürokraten und Politikern in die Wirtschaft einmischen, sich noch nicht einmal theoretisch in Wirtschaftslagen auskennen und von nichts eine Ahnung haben, außer, wie sie sich selber profilieren können.

Finanzminister Irlands Michael Noonan bezeichnete den Befund der EU-Kommission sogleich als „bizarr, ökonomisch ungerechtfertigt und politisch motiviert. Es könne nicht angehen, dass Brüssel die irische Steuerpolitik bestimme”.

Er fügte hinzu: “Das widerspreche den Römer Verträgen. Deshalb wolle er gegen das Urteil appellieren”. (Auszug aus http://derstandard.at/2000043651726/Bestuerzung-statt-Dankbarkeit-ueber-Apple-Milliarden)

Irland will nun gemeinsam mit Apple sich vor dem europäischen Gerichtshof gegen diesen Beschluss wehren.

Großkonzerne werden bevorzugt

Als unwissender Mainstreamleser könnte man dieser unsachgemäßen, politisch motivierten Berichterstattung Glauben schenken und hoffen, dass Apple die Strafe zahlen muss. Schließlich müssen andere Klein- und Mittelständische Unternehmen dafür bluten und jede Menge Abgaben leisten, damit solche Großkonzerne wie Google, Starbucks, Oracle, Apple und Co. sich solcher Steuertricks bedienen können.

Allerdings müssen wir hier dagegen halten und darauf hinweisen, dass solche Steuertricks nicht eine Prestigesache nur für Großkonzerne wie z.B. Apple sind. Internationale Steuerstrategie sind auch Angelegenheiten für den deutschen oder österreichischen Mittelstand. Der Unterschied liegt nur darin, dass Großkonzerne die legalen Steuertricks kennen – der Mittelstand nicht.

Deshalb ist Aufklärung und das Buch “Steuerparadies Europa” so extrem wichtig und jeder Unternehmer in einem Hochsteuerland sollte davon Kenntnis bekommen. Wir besprechen und zeigen steueroptimierte Strategien und geben dir als Unternehmer Ideen mit auf den Weg, damit du auch in Zukunft weniger Körperschaftssteuer oder gar abgeltungsteuerfrei deine Gewinne vereinnahmen kannst.

Trotz dem deutschen Außensteuergesetz kannst du Möglichkeiten nutzen, die deine Gesamtsteuerbelastung reduzieren und dafür benötigst du nicht unbedingt Milliarden oder Millionen.  Selbst mit einem Gewinn im weit unteren sechsstelligen Bereich kannst du solche Konzepte nutzen und dich in Zukunft zu einem internationalen Unternehmer zählen.

Auch eine Wohnsitzverlagerung spielt hier eine entscheidende Rolle und kann dich ins steuerfreie Nirwana katapultieren.

Dazu benötigst du noch nicht einmal fette Gewinne, sondern kannst als Kleinunternehmer oder Selbständiger dich in einem EU Land niederlassen und zukünftig steuerfrei leben. Dazu später mehr.

Double Irish with a Dutch Sandwich im Detail

Lasst uns an dem Beispiel von Apple kurz aufzeigen, wie deren steuersparende Strategie funktioniert hatte und welche Schritte dazu nötig waren.

Wenn du richtig gelesen hast, dann wirst du festgestellt haben, dass ich in der Vergangenheit geschrieben habe, d.h. das Double Irish Dutch Sandwich gibt es nicht mehr. Es wurde auf Druck der EU geschlossen. Es gibt natürlich für aktive Unternehmen, die dieses Konstrukt nutzen, eine Übergangsfrist bis 2020 aber dann ist Schluss damit.

Alternativ hat Irland dazu ein ebenfalls spannendes Modell ins Leben gerufen, welches eine Besteuerung von rund 6,25% auf Einnahmen in Irland aufrufen. Das ist deutlich mehr als 0% Steuern, aber auch deutlich weniger als den regulären Körperschaftssteuersatz von 12,5% und ebenfalls deutlich weniger als Irland zu verlassen und sich in einem Hochsteuerland nieder zu lassen.

Eins ist an diesem Fall deutlich zu erkennen: wenn sich ein Steuerschlupfloch schließt, wird ein anderes geöffnet.

Steuersparmodell Double Irish with a Dutch Sandwich

Bei dem Apple-Modell muss man auf drei Länder zurückgreifen: Niederlande, Irland und letztendlich das Ausgangsland USA. Warum viele US Konzerne solche europäischen Lösungen umsetzen, liegt an deren Rechtssystem und liegt auch an der Möglichkeit dieses Steuerschlupfloch zu nutzen.

Als Hauptsitz der Gesellschaft ist allen voran die USA, die zwei Gesellschaften in Irland gründen. Eine Gesellschaft ist nicht ansässig und eine ist eine ansässige Gesellschaft.

Die nichtansässige, irische Gesellschaft wird von Gesellschaften in Bermuda und British Virgin Island (BVI) kontrolliert.

In den Niederlanden wird eine weitere Gesellschaft BV (Beslooten Vennopschap) gegründet, die 100%ige Tochter der nichtansässigen Gesellschaft in Irland ist. Die Gesellschaft in den Niederland hat nicht wirklich Vermögen und auch relativ wenig Mitarbeiter beschäftigt (also fast keine Mitarbeiter). Sie arbeitet als reine Zwischengesellschaft und hat den Vorteil, dass in den Niederlande Lizenz- und Patentrechte sehr gering besteuert werden. (80% Steuerfreistellung)

Die Gesellschaften wie z.B. Google Germany GmbH in München oder Apple GmbH in München usw. dienen lediglich als Servicegesellschaften, die mit dem Hauptgeschäft des Konzerns nichts zu tun haben.

Google hat z.B. in ihrem Bericht 2011 ihre Geschäftstätigkeit wie folgt beschrieben:  „Die Gesellschaft fungiert im Wesentlichen als Servicegesellschaft der Google Inc., USA, und der Google Ireland Ltd., Irland, und erbringt für den deutschen Markt Dienstleistungen in den Bereichen Marketing, Hosting sowie Forschung und Entwicklung “.

So in etwa schaut das dann in der Praxis aus:

Mal angenommen ein Unternehmen hat einen Gewinn von 1 Million $. Dieser Gewinn wird von der ansässigen, irischen Gesellschaft eingenommen.

Die niederländische Gesellschaft stellt eine Rechnung an die irische Gesellschaft in Höhe von 900.000$ für Lizenz- und Patentrechte. Die 900.000$ werden auch von der irischen Gesellschaft bezahlt und kann auch als Betriebsausgaben in der Buchhaltung berücksichtig werden.

Es bleibt ein zu versteuernder Gewinn von 100.000$, der mit 12,5% besteuert wird, also zu zahlende Steuer von 12.500$.

Die BV, also die niederländische Gesellschaft, zahlt nur 1% Steuern auf ihre 900.000$ Einnahmen und der Rest wird nach BVI (British Virgin Island) bzw. Bermuda legal transferiert. Die BV zahlt also an Steuern 9.000$.

Im Gesamten hat der US Konzern bzw. seine Tochterfirmen also 21.500$ Steuern bezahlt bei einem Gesamtgewinn von 1 Million Dollar, also 2,15%! Nicht übel:)

Nicht berücksichtig sind natürlich die Kosten für die Errichtung und Unterhaltung von den Gesellschaften in Irland und Niederlande, mehrfache Buchführung und sonstige Beratungsleistungen. Allerdings sind diese Kosten im Verhältnis zu den eingesparten Steuern Peanuts.

Auch muss noch überlegt werden, was mit dem Kapital auf den Bermudas passiert. Wird dieses Geld an Gesellschafter oder an den Mutterkonzern ausgeschüttet, fallen natürlich wieder Steuern an (Abgeltungssteuer/Einkommenssteuer). Aber auch hier gibt es wiederum sehr interessante Gestaltungsmöglichkeiten, wie man dieses Kapital steuerschonend überweisen kann.

 

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